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Der goldene Westen

Folgendes:
Peter, 30 Jahre, sagt:
Ich

bin Demokrat. Ich denke, dass jeder Mensch das Recht hat, seine Meinung zu sagen. Die Wirtschaft sollte so laufen, dass jeder machen kann, was er möchte. Mindestlöhne sind doof, weil sie die Betreiber von Betrieben einschränken, da es immer noch ihre Entscheidung ist.
Aber in Kneipen rauchen, das schlägt mir auf die Lunge, das sollte der Staat entscheiden.
Ausserdem haben sie viel weniger Geld für Zigaretten, wenn es keine Mindestlöhne geben würde. "Sie", dieses ekelige Pack. Bahnhofsgammler und so welche, das ist abscheulich, finde ich.

Meine Wohnung ist total schön, sie sieht aus, wie jede 10te andere, zumindest in der Statistik, und das "Memoarien Quartett" von Ikea mit dem stilvollen Namen "Qurank" ist besonders individuell, wenn ich doch eigene Fotos reinmachen würde. Ich finde die vorgegebenen aber schöner, da ich Fotos nicht mache.
Meine Einbauküche wäre für meine nächste Freundin perfekt, denn sie hat Frauen größe. 180 cm, da pass ich z.B. gar nicht drunter, aber dafür kann sie auch nicht so gut Kunden heranziehen wie ich.

Ich bin diesen Winter extra nach Cloppenburg gefahren, um mir die neuste Modekollektion zu kaufen. Die ist immer schnell vergriffen und sehr beliebt, weil sie gut aussieht.

Mein Auto fährt 900 Km mit einer Tankfüllung. Das ist fast so viel, wie nach München oder Hamburg, je nach dem halt. Mit einer Füllung! Der Kredit ist allerdings auch nicht schlecht.

Irgendwann, wenn ich geheiratet habe und vielleicht ein oder zwei Kinder, möchte ich in ein Haus ziehen und Alt werden.
Reihenhäuser haben so eine schöne Familienstimmung in sich, und man kann wunderbar mit dem Nachbarn grillen im Sommer oder Fußball gucken. Die Kinder schaukeln, bewerfen sich mit Sand und Lisa weint. Sesshaftigkeit, dass macht einen Menschen aus, sagte mein Vater immer. Er war ein hart arbeitender Deutscher der sich zwar immer über die Ausländer aufgeregt hat, aber ich konnte das verstehen.
Ich persönlich wähle SPD. Sie sind sozial und genau für Menschen wie mich da. Ich wähl sie eh schon lange. Ich hab eigentlich nie was anderes gewählt. Wir sind eine SPD Familie.

Liebe Grüße aus dem Goldenen Westen,

Peter.

J. am 3.1.09 13:15


Traumgeschichten

Zwanzig, die Nummer seiner eigens gebauten Zelle und seines Alters.
Zufall. Los rennen bringt nur nichts, wenn man kein Ziel vor Augen hat, das weiß er genau. Damals war das anders, erinnert er sich, etwas farbiger und schöner, die Schaukel trug ihr rot als wäre nichts dabei. Heute trägt sie trauer-grau.
Kompliziert; zu viele Teile, Puzzlestücke der Vergangenheit. Kompliziert auch, weil er es gerne wieder so hätte, also beschloss er, einfach los zu gehen, erstmal.

Der Mond stand so hoch, und als der Regen seine kleinen Tropfen auf die Erde fallen lies, stand er in Mitten dieser Ereignisse und fühlte: nichts.
Denn als alles anfing, grellte ihm noch so warm die Sonne, ausgebrannt stand er wieder, etwas weiter, auf der Kreuzung der Welt und schaute hinab. "Seltsam", dachte er sich still, fast wie benommen, trotzte dem inneren Wissen über seine Situation.

Dem Wissen darüber, dass er sich, so sehr es auch einfach wie wünschenswert wäre, nicht ändern ließe, zumindest nicht so. Der Beschluss, in das Becken zu springen, kam ihm im Traum. Es war ein bunter, fast goldener Traum, oder vielleicht Diamand farbend, so imponierend, dass er kaum merkte, wie kalt das Wasser war, in dass er so freudvoll sprang, k o p f ü b e r aus seiner Natur heraus.
"Also, fragte er sich, während er schwamm, "macht es Sinn?"

Und kam am Ufer an, wo all seine Kleidung wartend und bettelnd bereit lag. Fast wie in Trance sprang er hinein, auf seinem Hemd waren Sonnenblumen.
Skurriler Weise fand er sich innerlich jedoch in einer kahlen Landschaft wieder, und die Krater formten ein trauerndes Gesicht, dass einer armen Katze glich.
In der Träne, in der er schwamm, war es doch so schön warm, wenn auch der salzige Geschmack störte. Als er in den Krater sprang, tiefer als er selbst und alles andere überhaupt, lies er los und schloss sich in die warme, aber unheimliche Decke der Dunkelheit ein, in voller Gewissheit darüber, niemals unten anzukommen.

Als er aufschlug, war weiches Gras um ihn herum, und einmal dachte er, er wäre im Paradies, wäre da nicht dieses große Waldstück.
Es war unheimlich, dem einer Hexengeschichte gleich, jedoch wesentlich realer und größer, fast wie ein echter Wald. Komplett gezeichnet von der weiten Reise, durchstreifte er den dichten Wald, die Tannen machten ihm Sorgen denn sie schauten ihn so sorgenvoll an, als wäre er Krank und sie hätten Interesse daran.
Dabei heuchelten sie nur. Doch als er endlich ankam, hinaus auf die weite Wiese, da schoss ihm der Gedanke von Freiheit durch den Kopf, das Gehirn begann sich zu regen wie aus tiefem Schlaf erwacht, und plötzlich stand er da und als die Sonne ihm grellte, sagte er sich:
"Wäre es nicht so ein dummer Spruch, würde er jetzt perfekt passen, in diese Situation; "Der Weg ist das Ziel."
...

J. am 1.1.09 22:33


Geständnis.

I.

1937. Mit der neuen Straßenbahn fuhr ich das erste Mal. Und das letzte Mal. Ich saß hinten. Das prächtige Amtsgericht erschien vor mir. Ich tat mich schwer, auszusteigen. Nach endlosen Treppen erreichte ich den "Gang 8".

Als ich damals in jenes Zimmer kam, überfiel mich ein noch nie erlebtes Gefühl von Hilflosigkeit, welche dann mit Angst verbunden wurde. Ungefähr so, als würde man Sie in einem riesigen, dunklen Wald aussetzen, und Sie wüssten nicht, wo Sie sind. Nachts. Ich werde bald sterben. Verurteielt. [...] Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und mit ihr fiel auch meine Sicherheit und.. Würde. Rasendes Herz, schweres Atmen. // Ich erinnere mich. Ich einst fühlte ich mich Ähnlich, wo neben meinem Apartment, Zimmer 47 in der Brandstraße eingebrochen wurde. Ich wurde wach und die Türen waren dünn - hilflos, ängstlich. // Ich machte einen Schritt voran. Entschlossenheit pakte mich kurzweilig, den Gehrock nach hinten gezogen los zu gehen. Wieder blieb ich stehen. Meine Augen suchten eine monotone Fläche zum Nachdenken. "Was mache ich hier? Wieso muss ich eigentlich.." Immer wieder stellte ich mir diese Frage zwischen dem Bild von einer Burg und der kahlen, rauen grauen Wand zur Rechten. Wie heute ist es mir in Erinnerung. Die Hand stützte sich gegen die Wand und ich fasste erneut Mut zum zweiten Schritt. Männerstimmen dringen von den Zimmern, die es im Gang hinauf viele gab, zu mir. Dann habe ich die Tür im Gang erreicht, die meines Weges Ziel sein sollte: Das Apartment 63 0 3. Das kleine rote Schildchen an der Wand sah so unscheinbar aus. Wie damals. Niemals hätte man gedacht, würde man nur das Schild sehen, zu welch üblem und bösen Aparat es gehört. Klopf. Klopf. Ich war drauf und dran zu gehen. Plötzlich ging die Türklinke hinunter... zu Spät.

II.

"Treten Sie ein." Ich tat, was die dunkle Stimme mir befahl. Diese raue Art. "Setzen." Ich setzte mich. Der Raum war in einem frischem Grün gehalten, Pflanzen hier und dort, aber diese anscheinend positive Fassade war nur ein kleiner Lichtblick, wenn man sich den Menschen ansieht, der dort arbeitet. "Rockberg, Olaf" stand auf seinem Kärtchen. "Staatsanwaltschaft Krähenfels". Üblicher Spruch: "Zigarette?" Ich winkte ab und nahm eine eigene. "Hören Sie, Herr K.", und er Sprach meinen Namen abfällig aus als wäre ich verurteilter Mörder, "der ausgemachte Termin, der ..:", er nahm einen Zettel hinaus mit einem Stempel, für mich, zum Beweis meiner Anwesenheit," ist wie geschrieben ein Gehalten worden." - "Scheint so." Er nickte und qualmte dabei. Etwas breiter, etwas unästhetischer als ich. Stärker. Rauer. "Ein Eigengeständnis führt Sie zu uns." Ich nickte. Ja. Ich wollte mich stellen. Das war der Plan.

III.

"Schiessen Sie los." Er versuchte freundlich zu wirken.
Ich begann zu erzählen. Er hörte zu. Ich weiß nicht, wie lange ich das Vergehen schilderte, aber immer und immer wieder tat er so, als würde ihm nichts heiliger sein als meiner Geschichte gespannt und Aufmerksam zu lauschen. Dann war ich fertig. "Das wars so weit.." Die Freundlichkeit vom Anfang war nicht mehr zu spüren. Das Gegenteil tritt ein. Er wurde Bürokratisch. - "Nun. Unterschreiben Sie hier. Wir werden Sie dann in U-Haft nehmen müssen." Für ein Eigengeständnis bekommt man linderungen des Urteils im Prozess, wird sich erzählt. Sie hätten mich eh gekriegt, redete ich mir ein, während ich unterschrieb. "M.K., Krähfels dem .." Das Übliche. Er nickte. "Die richtige Entscheidung. Sie bekommen, was Sie verdienen. Die richtige." Ich versuchte, ihm zu glauben, mein Gewissen damit zu erleichtern und mir und scheinbar der ganzen Welt diesen gefallen abzukaufen. Vergebens. Er entnahm mir den Zettel und verwahrte ihn im Ordner. Die Kraft der Runen. Ich wünschte, ich hätte die Kraft wie er, diesen Ordner einfach zu nehmen und aus dem Fenster zu schmeißen! Weg, ins Wasser, für immer verschollen. Hunderte Geständnisse verworfen. Hunderte Seelen entlastet. Ein schweres Vergehen wie das meinige jedoch, das kann durch einen Wurf nicht entlastet werden. Auf die Frage, was ich denn Eigentlich gemacht habe, Antworte ich niemals. Ich bringe es nicht übers Herz. Vielleicht hätte ich es tun sollen, ja, vielleicht, dann würde ich wohl nicht hier sitzen, hätte ich das Gespräch gesucht mit Menschen, die mir lieb sind und nicht mit korpulenten Staatsmännern wie Olaf. Falls es Sie interessiert, was ich verbrochen habe: Nun, die Geschichte des Geständnisses, meine Stunde Null, der Fall vor dem Aufschlag - Nun ja. Die ist wichtiger als jenes eigentliche Vergehen. Denn ohne ihr wäre es nur gehandelt und nicht bestraft und das Geständnis ohne Geständnis wäre keines mehr. Macht mein Leben Sinn? Ja. Bereue ich es? Ja. Aber ich beschwere mich nicht. Nein, das steht nicht in meiner Macht.


Ende:

Ich pustete den Qualm auf den Tisch von Olaf. Der letzte rebellische Akt meines Lebens. Ich bin längst tot, während Sie diese Zeilen lesen. Lesen Sie zwischen den Zeilen. Wenige Minuten später wurde ich abgeführt. Große, in schwarz gekleidete Männer. Beide Arme meines Körpers umschlungen von den ihren. Stark, schwer. Ich hätte keine Chance. "U-Haft". Ich wurde nicht in U-Haft gesteckt. Ich wurde in eine kleine Zelle mit 4 anderen Miteinsassen verfrachtet. Wir alle hatten den selben Weg begangen. Zu jedem war der Herr Staatsanwalt ähnlich wie zu mir. Aber von der grünen Wand, der geheuchelten - aber immerhin vorhandenen - Freundlichkeit des Anfanges war nicht mehr viel übrig geblieben. "Na? Auch wegen ..." Ja. Die selbe Geschichte. 5 Männer in dieser Zelle, aber 5000 in der Anstalt.
Und 6 Millionen insgesamt.
Und dann: eine Träne im Gesicht.
INferno am 11.12.08 23:39


Statement zu dem Text "Faschismus, keine Ahnung..."

Die zu Beginn aufgestellte These das hierarchische Strukturen, in Kleingruppen, im Faschismus wurzeln (Zeile 17 ff.) wird in dem folgenden Text leider nicht weiter begründet.

Dennoch ist dieser Gedanke Kritik würdig. Denn nach einer allgemeinen Definition der Faschismus Theorie müssen zwei Dinge gegeben sein. Zum ersten beinhaltet Faschismus eine Ideologie, wo diese in einer „Kleingruppe“ im Allgemeinen gegeben ist wird nicht klar und zum anderen erfordert Faschismus eine allgemeine Intoleranz gegenüber anderen Strukturen. Auch dies ist in einer Kleingruppe nur eine Option die gegeben sein kann aber nicht zwangsläufig erforderlich ist.


Das Sexismus und Diskriminierung ein Symptom des Faschismus sind (Zeile 19 ff.) beinhaltet die Aussage das folglich jeder Kulturkreis und jede Gesellschaft die sexistische oder diskriminierende Inhalte hat Faschistisch ist. Die Ergänzung zu dieser Aussage (Zeile 73-90) dass „Das Patriarchat an sich ist in der sozialen Norm der bürgerlichen Gesellschaft so verwachsen, so normal, dass auch wir es andauernd zu spüren bekommen / es teilweise übernehmen.„ würde folglich die These aufstellen das „wir“ ebenso Faschistisch sind. Sicherlich ist die Aussage das patriarchalische Strukturen tief in der Gesellschaft wurzeln und das wir diese teilweise übernehmen richtig. Auch das Fazit das es wichtig ist diese Dinge nicht zu Akzeptieren und das es sich um einen Entschluss zur Freiheit handelt ist schlüssig. Diskriminierung und Sexismus können ein Symptom vom Faschismus sein doch das dies zwangsläufig der Fall ist, ist Fragwürdig.


Dass das Suchen von Opfern und Feinden ist eine Grundkomponente für ein Zusammen sein (Zeile 21 ff.) ist wird in Zeile 97 bis 102 damit begründet das ein Feind mehr Zusammenhalt bringt als gemeinsamer Freund.

Zusammenhalt ist erstens nicht zwangsläufig Erforderlich für ein Zusammensein und zweitens die Formulierung Grundkomponente bedeutet das ein Zusammensein ohne Opfer und Feinde nicht möglich ist.

Auch wenn das Suchen von Opfern und Feinden keine Grundkomponente für das Zusammensein ist, ist es dennoch so das dies in Gruppen oft vorkommt. Der Lösungsansatz dass das Problem nicht zu personifizieren ist und das Interaktion und Vertrauen an Stelle von Feindschaft gesetzt werden soll (Zeile 102-109) da die Denunziation von Feinden intolerant ist und das reflektiert mit dem Thema umgegangen werden muss klingt in der Theorie gut leider liegt jedoch kein Vorschlag für die Praxis vor. Feindschaft innerhalb einer Gruppe erfolgt in der Regel über subjektive Empfindungen und mit diesen reflektiert umzugehen ist in der Theorie wesentlich leichter als in der Praxis.

Im Bezug auf die Opfer Rolle ist die Feststellung das diese über einen persönlichen Angriff entsteht bei dem der Stolz des „Opfers“ betroffen wird (Zeile 114 – 125) interessant das jedoch wie in Zeile 126 bis Zeile 131 beschrieben es mit Propaganda möglich ist Menschen in diese Opfer Rolle zu drängen und das dies verhindert werden muss ist selbstverständlich.


Die zweite These dass das Gruppenphänomen der Führungsperson ein Teil vom Faschismus ist (Zeile 24 ff.) wird in den folgenden Zeilen (bis Zeile 52) weiter ausgeführt. Zunächst einmal wird die Feststellung getroffen das über die Fixierung auf eine Person, der in Form von Zuhören, Respekt gezollt wird, die Führungsperson erkennbar ist. Weiterhin wird die Kritik an diesem Konsumverhalten und die damit verbundene blinde Zustimmung und pragmatisch bedingt blinder Aktionismus geäußert.

Zunächst einmal ist eine Führungsperson nicht zwangsläufig ein Produkt vom Faschismus sondern entsteht durch eine Gruppen Dynamik. Eine Führungsperson muss weder an eine Ideologie gebunden sein noch ist es zwangsläufig notwendig das diese nicht auch in Kritik geraten kann. Die Ausführung dieser These erklärt allerdings Kritikpunkte, die zweifelsfrei auch unabhängig von der Frage ob eine Führungsperson an den Faschismus gebunden ist, durchaus gerechtfertigt sind.

In einer weiteren Ausführung Zeile (58 – 72) dieser These wird aufgelistet welche Rollen die Führungsperson übernimmt. Zuerst wird festgehalten das sich eine Führungsperson über soziale Normen bildet. Umso mehr dieser Normen erfüllt werden um so höher der Rang. Weiter ist die Position der Führungsperson erstrebenswert da sie unentbehrlich wird und einen festen Platz in der Gruppe hat. Die Führungsperson übernimmt Kontrolle und wie in Zeile 78 beschrieben wird folglich auch Macht.

Das diese Kontrolle über Verantwortung erfolgt wird in Zeile 72 weiter ausgeführt. Menschen geben Verantwortung ab da nicht jeder über die gleichen Informationen und das gleiche „Know-How“ verfügt. Als gegen Vorschlag wird die Verteilung der Arbeitsgebiete, den Stärken und Schwächen der Menschen angepasst, vorgeschlagen. ( Zeile 111 - 119)

Eine weitere These ist das eine Gruppe immer mehrere Führungspersonen hat. Dies wird allerdings bewusst nicht weiter Begründet und ist Objektiv betrachtet auch schlüssig.

Die letzte These die Aufgestellt wird (Zeile 158 - 184) ist das die Grundbedingungen vom Faschismus mit Reflektiertem Denken bekämpft werden müssen da Faschismus immer reaktionär ist und dies nicht zu Freiheit und Lebensqualität passt.

Dies ist als in den Raum gestellte These schlüssig jedoch im Bezug auf die vorangegangenen Thesen bleibt die Kritik der Wortwahl. Faschismus ist nicht der passende Begriff.

Als Ende des Textes wir die Notwendigkeit genannt Gruppenkonstellationen gemeinsam zu besprechen.


Im Allgemeinen ist klar das viele angesprochene Kritikpunkte ihre vollste Legitimation haben jedoch die Verwendung des Begriffs Faschismus sowie fehlende Lösungsansätze lassen einzeln benannte Fragen offen.

Kritik am 5.12.08 21:43


Nachbereitung zu "Faschismus, keine Ahnung..."

Ich benutze jetzt ein Zauberwort. Lösungsansätze.
Denn die Analyse allein ändert nicht viel, und das Wissen über die Probleme macht sie schlimmer, bis Mensch sie versucht, anzugehen.
Daher nun der Versuch, eine Lösung für eine Gruppenkonstellation zu finden, der jede/n in diesem Kreis zufrieden stellen [könnte].

Kontakt: Es geht um Kontakt, in jeglicher Form und Hinsicht, sozusagen jenes Zusammenspiel aus Aktion und Reaktion.
Bildlich könnte Mensch sich das so vorstellen wie Ping Pong.
Eine Information als Spielball für interaktive Kommunikation und die Befreiung aus der Isolationshaft.
Das heißt, die Kontrolle abgeben. Oder nein, sagen wir: Die Kontrolle teilen. Denn wenn Mensch zusammen spielt statt gegeneinander, ist es doch viel schöner.
Prakmatisch gesehen könnte das so aussehen:
Wenn ein Thema diskutiert wird, sollte Mensch versuchen, miteinander zu reden. Das zuhören und Konzentrieren dabei ist wichtig. Noch wichtiger die Schnellreflexion. Das bedeutet Übung, aber das Überreagieren ist der eigentliche Problemfaktor in einer Diskussion oder Debatte.
Könnte es so aussehen, wie in einer gemütlichen Teerunde, wo jeder am Tisch sitzt und die Menschen sich beim Sprechen ansehen?
Ha, nein. Das muss es auch nicht. Aber ein bischen Tee ist immer gut, oder?
Das Aufschreiben der Diskussionspunkte ist eine weitere Methode, eine Gliederung in die Diskussion oder das Zusammentreffen zu bringen. Punkt für Punkt kann dann, wie oben genannt, reflektiert diskutiert werden.
Dabei kommt es sicher zur Aufgabenverteilung:
Problem, Problem.
Ich denke, Mensch sollte die Aufgaben nach den Stärken der anderen wählen. Wer handwerklich begabt ist, der schraubt (gerne). Andere schreiben lieber. So oder so - eine gerechte Aufteilung der Aufgaben ist unumgänglich, auch wenn Mensch dann vielleicht auf schüchternde Naturen eingehen sollte.

Die Übergabe von Verpflichtungen ist ebenso komplex. Oder eben einfach: Eine routierende Aufgabenverpflichtung sollte das beste sein. Jede/r ist mal dran und die, die nicht möchten, sollten evtl. andere Aufgaben übernehmen. So verhindert Mensch die Alphamännchen/weibchen bildung enorm.

Als ich heute auf dem Sofa saß und gelesen habe, kam mir die Vision einer Menschheit, die bedacht und interessiert miteinander umgeht. So oder im kleineren Ausmaß sollte es auch bei einer Gruppe von Menschen zugehen.
Dementgegen stehen sexistische Witze und äußerungen.
Auch wenn sich soetwas in unseren Kreisen immer wieder einBÜRGERT so ist es dennoch nicht akzeptabel, vor allem nicht für die/den Betroffene/n.
Es sollte vermieden werden, witzig, ironisch oder sarkastisch wie zynisch damit zu spielen, weil es trotzdem in die Gruppe getragen wird. Damit sind auch die Witzelein über den 2. Weltkrieg und die Folgen gemeint. Besonders.

Alles in allem plädiere ich an die Menschlichkeit und an die geistige Kompetenz, aus sich heraus zu wachsen und die Freiheit vielleicht schon wenigstens durch eine eigene Revolution im Kopf zu erlangen, wenn schon (noch) nicht in der äußeren Welt.

Ein kleiner Beitrag zum unteren Text.

INferno am 29.11.08 14:05


"Faschismus, keine Ahnung..."

Keine Frage; Faschismus an sich, also der Begriff zumindest, ist den meisten Bürgern in diesem Land bekannt. Sie kennen es aus der Schule, eventuell aus einigen Linken Debatten und mit etwas Glück [?] haben sie sich auch mal selbst damit auseinander gesetzt. Doch komplett aufgelöst ist dieses Schlagwort noch lange nicht...

Was Faschismus für eine soziale Gruppenkonstellation bedeutet

Faschismus hat viele Facetten. Die erste, die ich davon hier anspreche, sollte Mensch definitiv aus sozialen Gesichtspunkten betrachten. Sie umfasst die Theorie, dass aus dem Faschismus heraus die Hierachie an sich in einer Kleingruppe entsteht, dass Sexismus / Diskreminierung ein Symptom des Faschismus ist und dass die Suche nach Opfern und Feinden eine Grundkomponente für ein Zusammensein ist.

Das Gruppenphänomen der "Führungsperson" oder auch "Alpha-Männchen/Weibchen" ist ein Teil davon:
Spricht ein Individuum in der Gruppe, welches diesem Status zugerechnet werden kann bzw. die Kriterien dafür erfüllt,
merkt Mensch direkt 3 Dinge:
1. Die Gruppe hört aufmerksam zu / sieht aufmerksam zu und versucht direkt, durch Konzentration eine Art Geschenk an den SprecherInn zu bringen bzw. ihm genügend Respekt zu zollen, auf dass er/sie bitte nicht aufhöre, seine vermeidliche Weisheit / Überlegenheit (Situationsabhängig) zu Teilen.
2. Die Gruppe gelangt somit in eine Konsumposition, wo sie das "Vorgekaute", also das bereits erzählte, übernimmt und selbst kaut. Ein Denkprozess, der durch die Autorität der Person an sich, kaum Kritik enthält bzw. eine gewisse blinde Zustimmung.
3. Der wesentliche prakmatische Punkt ist in der Umsetzung zu finden. Blinder Aktionismus, also das vor allem durch mangelnder Eigenreflexion uns bekannte Schlagwort, hängt wie eine Wolke über dieser sozialen Gruppe. Durch die Verantwortung, die der / die FührerIn eigenständig übernimmt, gelangt er in eine Sonderrolle.

In eine solche Alphamännchen/Weibchen Position zu gelangen, ist weniger direkt von Gruppenmitgliedern abhängig sondern hat vor allem mit sozialen Normen der Gruppe zutun; Wer sie erfüllt und wer sie gut nach außen trägt, zum Beispiel.
Anders gesagt: Die Person, die diese Rolle übernimmt, festigt damit nicht nur seinen festen Platz und die Unentbehrlichkeit, sondern gleichzeitig auch die eigene Respektanz und wenn Mensch weiter in die Psychoanalyse geht, auch den Fortpflanzungsaspekt.
Kontrolle als Stichwort, Macht als Mittel, Verlust als Strafe.

Kontrolle, das Wort, das fast niemand gerne mag. Oder?
Es ist normal, dass Menschen Verantwortung abgeben. Dies kann mehrere Gründe haben, jeder hat da seine eigenen, aber im Endeffekt übergibt Mensch die Verantwortung an andere Personen, und somit auch die Kontrolle.
Kontrolle als Mittel zur Macht zu nutzen, liegt in der Natur der Sache. So entsteht eine Hierachie, die Informationsbedingt sein kann, ebenso aber auch Formell bis hin zu absoluten Autorität.
Eine Gruppe hat oftmals mehrere "Kontrollpfeiler" bzw. Menschen, die sich diese Kontrolle bzw. Verantwortung annehmen.
Auch dies ist psychoanalytisch zu erklären, würde aber den Rahmen dieses Textes sprengen.

Ein weiteres Problem des Individuums ist eben genau diese Definition; Wir sind unterschiedlich. Das ist auch sehr gut so, bedeutet aber auch, dass ein Angleich von Informationen oder "Know-How" nicht gegeben ist.
Diese Differenzen schaffen fast automatisch eine Basis der "Verfügbarkeit", der "Effizienz" und des "Nutzens".
Würde Mensch eine kapitalistische Firma betreiben; Ein optimales System, erfolgsversprechend, souverän, gesetzesüberschaubar.
Für den Menschen an sich und das Miteinander stellt dies aber ein Problem dar: Differenzen der Arbeitsnatur lassen das Gefühl einer "Unbrauchbarkeit" aufkommen, diese wieder können Stimmungen in Richtung der Antipathie wiegen.

Analysiert Mensch das Verhalten in einer Gruppe, so könnte es fast sein, es sei die Natur des Menschen.
Ich sehe das anders.
Vielleicht ist es möglich, diese Punkte anzugreifen und zu versuchen, die Verantwortung zu verteilen. Die Stärken eines Jeden zu fördern. Oder einfach nur mit Einfühlungsvermögen.

Der Sexismus und die Diffamierung hat ebenso mehrere Gründe: Zum Einen ist es leider so, dass eine Minderheit in der Regel diese aus bestimmten Gründen darstellt. In Form von Sexismus jedoch stellt dies eine Sonderrolle dar: Das Patriarchat an sich ist in der sozialen Norm der bürgerlichen Gesellschaft so verwachsen, so normal, dass auch wir es andauernd zu spüren bekommen / es teilweise übernehmen. Es geht darum, den Entschluss zu fassen, diese Dinge nicht zu akzeptieren. Sie sind Symptome einer faschistischen Gesellschaft.
Die denuzierung von einer Gruppe Menschen, die sich von der anderen im Geiste nicht unterscheidet. Die Unterdrückung einer vermeidlich, "Evolutionären" (siehe Sozialdarwinismus), "Sozial Akzeptieren schwächeren" GeschlechterROLLE.
Es geht darum, dieses in der Gruppe NICHT zu akzeptieren.
Dem entgegenzutreten ist ein persönlicher Entschluss der Freiheit.

Als vorerst letzten Punkt beschreibe ich nun die Opfer / Feindes- Rolle. "Ein gemeinsamer Feind stärkt mehr als ein gemeinsamer Freund", und darin steckt - dank der faschistischen Grundtendenz der Gesellschaft, viel Wahrheit.
Es muss aber auch anders gehen: Eine Gruppe sollte auf Vertrauen und Freundschaft aufbauen, auf zusammen sein und menschlicher Interaktion. Der/die gemeinsame "FeindIn", also an sich, sollte rein Rational betrachtet werden. Er/Sie sollte das Problem an sich niemals personifizieren. Die denuzierung von Feinden ist immer noch nichts anderes als eine Intoleranz. Das muss es aber nicht, wenn Mensch reflektiert mit diesem Thema umgeht.
Die Opferrolle (im Zusammenhang mit der Faschismustheorie), die eine Gruppe z.B. zusammenhält, ist mindestens ebenso gefährlich: Sie ist die Verschwörung, die "Ungerechtigkeit" und arbeitet mit Stolz. (Siehe Dolchstoß-Legende)
Verletzt jemand den "Stolz" eines anderen Menschen, so ist die Reaktion verblüffend: Dieses Luftschloss an sich scheint ein sehr wunder Punkt zu sein.
Durch Propaganda ist es möglich, eine Gruppe von Menschen in eben diese Rolle zu drängen bzw. ihnen vorzumachen, sich dort zu befinden. Dies sollte unbedingt vermieden werden, und auch das ist möglich.

Wichtige Grundkomponenten, die helfen, den eigenen Faschismus zu bekämpfen, sind sicher Reflexion und Denken an sich.
Faschismus ist immer Reaktionär - und dies lässt sich bekanntlich nicht mit Zielen von Freiheit und Lebensqualität für alle verbinden.

Es ist möglich, verschiedene Konzepte für Gruppenkonstellationen zu ergründen, zusammen zu besprechen und unser Mund sollte uns dabei eine Hilfe sein.
...

INferno am 28.11.08 19:26





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